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Schlamm in der Wilden Weißeritz macht Forellen krank
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Trübe Aussichten sind es, wenn der Tharandter Forellenzüchter Peter Voss auf seine Teiche blickt: In den meisten Becken schwimmt kein Fisch mehr. Voss hat 8000 Tiere in den Gnadentod geschickt. Mit dem Fischverkauf ist schon seit Ostern Schluss. „Der Betrieb ist tot“, lautet seine bittere Diagnose.
Für die Misere macht Peter Voss die Landestalsperrenverwaltung (LTV) verantwortlich. Das Staatsunternehmen lässt gerade die Talsperre Klingenberg sanieren. Seit der Leerung des Staubeckens Ende 2009 liegen die Sedimente am Grund frei und werden vom Regenwasser durch den Grundablass in die Wilde Weißeritz gespült. Bei den Fischen von Voss, die mit Weißeritzwasser versorgt werden, verursacht die erhöhte Schwebstoffbelastung Kiemenschäden. Der Züchter hat den Schlamm im Fluss mindestens ein halbes Dutzend Mal bei der Landesdirektion und sogar bei Ministerpräsident Tillich angezeigt. Ohne Erfolg. „Alles plätschert weiter vor sich hin“, sagt er. Die Landestalsperrenverwaltung nimmt durchaus Notiz von der Anzeigenflut. Der zuständige Betriebsleiter Eckehard Bielitz sagte zur SZ, dass nun ein Gutachten vorliege. Das hatte die LTV bei einem Fischereiexperten in Auftrag gegeben. Am 20.Mai will man die Ergebnisse mit Voss besprechen. Das Gutachten untersucht, wie die Fischzucht von Peter Voss während der Talsperrensanierung, die immerhin noch bis 2013 dauern soll, mit klarem Wasser versorgt werden könnte. Und es geht auch darum, wie plausibel die Schadenersatzforderungen von Voss – zuletzt mehr als 20000 Euro – sind. Der Knackpunkt: Peter Voss hat lediglich die Erlaubnis, Wasser aus dem Fluss zu entnehmen. Die Qualität ist damit nicht garantiert. Daher lehnt die LTV eine Rechtspflicht zur Wiedergutmachung grundsätzlich ab. Auch dass es sich bei der Trübung um „Gewässerverunreinigungen“ handelt, wie Voss stets angezeigt hatte, lässt Eckehard Bielitz nicht gelten. „Das sind natürliche Sedimente“, sagt er. Bielitz zeigt sich indessen überzeugt, dass das Schlammproblem zum Gutteil vermeidbar gewesen wäre, wenn man im frostigen Winter wie geplant den Flusslauf im Talsperrenbecken ausgebaggert hätte. Das hatte Peter Voss aber abgelehnt, weil er auch dabei Schlammabgänge und Verluste bei seinen Fischen befürchtete. Die LTV und die Landesdirektion beteuern, man wolle eine Lösung, mit der alle Seiten leben könnten. Peter Voss hat bereits resigniert. Er weiß nicht, was ihm das Gutachten noch bringen soll, sagt er. Seine toten Fische werden dadurch jedenfalls nicht wieder lebendig. Quelle: SZ |
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